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    Nebencharaktere in Assassin's Creed IV Black Flag

    Auf dieser Seite sind alle Nebencharaktere aufgelistet, welche in Assassin's Creed IV vorkommen.


    Adéwalé

    Geburtsjahr: 1692, Trinidad

    Gestorben: Unbekannt

    Als Sohn versklavter Ogoni auf Trinidad wurde Adéwalé schon als Kind an den Besitzer einer florierenden Plantage verkauft. Auf dieser Plantage blieb er beinahe zehn Jahre und arbeitete auf den Feldern, während er stets Pläne schmiedete, wie er diesem Schicksal entkommen könnte. Allerdings fühlte er sich mit der Aussicht auf ein Leben als Flüchtling nicht wohl.

    Doch dann gab das Schicksal Adéwalé den Wink, auf den er gewartet hatte. Irgendwann kurz vor seinem 16. Geburtstag griff eine Gruppe Bukanier die Plantage an und stahl von der Zuckerrohrernte über raffinierten Zucker bis hin zu Geld und Gold alles, was sie finden konnten. Adé erkannte die Gelegenheit, schnappte sich eine Kiste Zucker und trug sie zu einem der Langboote, mit denen die Bukanier an Land gerudert waren. Obwohl sie überrascht waren, einen Sklaven in ihrer Mitte zu finden, waren die Bukanier dankbar für die Hilfe und hießen Adé willkommen.

    Adé segelte viele Jahre mit dieser Gruppe von Männern und lernte schnell, wie man sich als Seemann zu verhalten hatte. Er war dankbar für die Chance, seine eigenen Fertigkeiten weiterentwickeln und seinen eigenen Leidenschaften nachgehen zu können. Und obwohl sein Leben unter den Bukaniern nicht frei von der Engstirnigkeit der damaligen Zeit war, empfand Adé die üblichen Vorurteile eher als Provokation denn als Einschränkung.

    Im Jahr 1715 schlug das Unglück jedoch auf grausame Art zu, als Adés Schiff in der Nähe des Hafens von Havanna auf eine Sandbank lief. Die Bukanier - zu dieser Zeit hauptsächlich Briten - versuchten verzweifelt, das Schiff zu befreien. Als sie eine sich nähernde spanische Galeone erblickten, gaben sie auf und verließen das Schiff, nur um von einigen Bullenhaien zerissen zu werden. Adé fand sich mit seinem Schicksal ab und blieb auf seinem Posten, bis die Spanier eintrafen.

    Adéwalé wurde zunächst nach Havanna gebracht, wo man ihn überprüfte und verhörte. Schließlich beschloss die spanische Obrigkeit, ihn nach Spanien bringen zu lassen, da er durch seine Beherrschung der Sprachen Spanisch, Englisch und Französisch einen hervorragenden Dolmetscher abgeben würde. Einige Wochen darauf ging er an Bord einer der Galeonen, die sich dem jährlichen Schatzkonvoi mit dem Ziel Sevilla anschließen sollten.

    Wegen eines Hurrikans fand diese Überfahrt allerdings niemals statt. Mithilfe des jungen walisischen Piraten Edward Kenway gelang ed Adé, seinen Fußeisen zu entkommen. Adé und Edward befreiten noch weitere Gefangene, übernahmen das Kommando über eine Brigantine und setzten gerade noch rechtzeitig Segel, um den Ausläufern des Sturms zu entkommen. Als der Hurrikan vorüber war, war Adé wieder ein freier Mann.

    Von diesem Tag an segelte Adé als Quartiermeister an Bord von Kapitän Edward Kenways Schiff, der "Jackdaw". Eine zeit lang operierten sie von Nassau aus, machten reiche Beute und lebten das Leben, von dem sie immer geträumt hatten. Doch Adé war ein Mann, der die demokratischen Werte dieser Piratengemeinde mehr zu schätzen wusste als alle Beute, die sie als Piraten machten. Und als er sah, dass Edward tiefer und tiefer in eine Abwärtsspirale aus selbstsüchtiger Gier und sinnlosem Ruhm geriet, fragte er sich, ob es nicht eine bessere Alternative gäbe... eine edlere Sache, die seinen Idealen mehr entsprach.

    Im Jahr 1720 wurden diese Ideale auf eine harte Probe gestellt, als Kapitän Kenway zu einem Treffen mit dem berüchtigten Bartholomew Roberts segelte. Adéwalé hatte Roberts nie getraut und hatte gehofft, Edward würde zu demselben Schluss kommen, bevor es zu spät war. Doch leider erwies sich Adés Instinkt als richtig. In Abwesenheit von Edward griff Roberts riesige Crew die Jackdaw an. Adé übernahm das Kommando und brachte das Schiff und seine Besatzung in Sicherheit. Er bedauerte zwar den Verlust seines Kapitäns, war aber zuversichtlich, dass er die richtige Entscheidung getroffen hatte.

    Einige Monate später traf sich Adé im Assassinendorf auf Tulum mit Ah Tabai. Er sprach lange mit dem alten Mentor und stellte viele Fragen über seinen Orden. Nachdem er einige Antworten gehört hatte, die ihm sehr zusagten, schloss sich Adé dem Orden an und begann bald darauf, Pläne zu schmieden, wie er seinen alten Kapitän wiederfinden könnte.

    Wieder einige Monate später erfuhren Adéwalé und die Assassinen, dass Edward Kenway schon seit geraumer Zeit in einem Kerker in Port Royal inhaftiert war. Ausserdem erfuhren sie, dass auch Mary Read und Anne Bonny dort gefangen gehalten wurden. Adé und Ah Tabai arbeiteten sofort einen Rettungsplan aus. Nach der Flucht - einem tragischen Erfolg - gab Adé die Jackdaw in bestem Zustand zurück an Kapitän Kenway und bat ihn, so bald wie möglich die Assassinen aufzusuchen.

    Und bald darauf kam Edward dieser Bitte nach...

    Adéwalé leistete den Assassinen mehr als fünfzehn Jahre lang treue Dienste. Irgendwann jedoch wurde er immer stärker von den Erinnerungen an seine Vergangenheit verfolgt.

    Im Jahr 1732, als er gerade einen Routineauftrag erfüllte und ein Attentat auf einen Templer-Admiral vor der Küste von Saint-Domingue verübte, ging Adéwalé über Bord und strandete an der Küste nicht weit von Port-au-Prince entfernt.




    Ah Tabai

    Geburtsjahr: 1660er Jahre (Irgendwo auf der Halbinsel Yucatán.)

    Gestorben: Unbekannt

    Ah Tabai ist nach dem Jagdgott der Maya benannt, sein wahrer Name ist unbekannt, ebenso wenig weiß man über die ersten Jahrzehnte seines Lebens. Wir suchen immer noch nach einem direkten Nachfahren, fürchten aber, dass sich das als schwierig erweisen wird - sein einziger bekannter Nachkomme starb im Alter von zehn Jahren.

    (Anmerkung: Eine wahre Tragödie, wenn wir nur das entsprechende Material finden könnten. Bitte suchen Sie weiter. -ML)

    Das Wenige, was wir sonst noch wissen, stammt aus seinem eigenen Mund, von den Geschichten, die er seinen Bekannten erzählte. Wenn er über die eigene Vergangenheit sprach, vermied er es oft, persönliche Details zu nennen, und griff lieber zu Abstraktionen und Anspielungen. Er sprach regelmäßig von seiner Liebe und Bewunderung für die tragische Geschichte seines Volkes und nutzte diese oft, um die komplexen Überschneidungen von Kulturen und Religionen zu beschreiben, wobei er gerne die Tatsache unterstrich, dass "von Innen und Aussen sowohl Freunde als auch Feinde kommen. Nichts im Leben ist garantiert, außer der Überraschung..."

    (Anmerkung: Abgehobene Mentor-Figuren können funktionieren, aber nur, wenn sie eine softe Seite haben - als erlösender Moment. -DM)

    Es ist nicht bekannt, ab wann Ah Tabai den Titel eines Mentors übernahm oder wie viel Einfluss er auf die Assassinen in der Karibik hatte. Allerdings wissen wir, dass er beinahe ständige Verbindungen zu den Assassinen in den britischen Kolonien im Norden sowie in verschiedenen Teilen von Europa, Afrika und China unterhielt. Wir wissen auch, dass er eine entscheidende Rolle dabei spielte, seinen Ordenszweig für Männer und Frauen aller Couleur zu öffnen - meist Europäern, Afrikanern und lokalen Einheimischen.

    Da er selbst den Maya angehörte, waren ihm die Gerüchte und Geschichten rund um das antike Observatorium nicht unbekannt. Als im Jahr 1713 das Gerücht von einem neuen "Weisen" die Runde machte, begab sich Ah Tabai persönlich auf die Suche nach ihm, fest davon überzeugt, die Assassinen sollten die Hüter dieses alten und mysteriösen Ortes sein. Ah Tabai benachrichtigte so viele Aussenposten der Assassinen wie möglich in Nah und Fern und hoffte, dass deren Netzwerk von Spionen und Informanten ihm wichtige Informationen liefern könnten. Aber selbst nach zwei Jahren hatte er immer noch keine Hinweise erhalten.

    Dann, irgendwann im Frühjahr 1715, erreichte ein erfahrener britischer Assassine namens Duncan Walpole das Lager von Ah Tabai, ursprünglich in der Absicht, dort direkt unter dem Mentor in die Ausbildung zu gehen. Ah Tabai fand diesen Wunsch merkwürdig, aber schmeichelnd, da Walpole bereits eine Stufe erreicht hatte, die nur wenige Assassinen überhaupt je erreichten. Nach wenigen Monaten intensiven Trainings betrachtete Ah Tabai Duncan Walpole jedoch als einen seiner vertrauenswürdigsten Kameraden. (Trainings-Montage. Solches Material würde ich lieben. -ML)

    Im Juni 1715 schließlich traf die Nachricht ein, dass die Templer den Weisen in spanischen Ländereien tief im Süden entdeckt und gefangen hatten. Er sah dies als Chance, seinen Erzfeinden einen Schlag zu versetzen, und beauftragte Duncan Walpole damit, verschiedene Assassinen aus der ganzen Karibik zu versammeln und einen Angriff auf das Gefangenenschiff der Templer zu starten, das sich auf dem Weg nach Havanna befand. Duncan Walpole nahm den Auftrag an... danach hörte Ah Tabai nie wieder von ihm.

    Erst nach Edward Kenways katastrophaler Einmischung in Havanna wurde sich Ah Tabai des vollen Umfangs von Walpoles Verrat bewusst.




    Anne Bonny

    Geburtsjahr: 1702, Irland

    Gestorben: Unbekannt

    Anne war kaum ein Teenager, als sie ihre Heimatstadt Cork in Irland verließ und in die britischen Kolonien aufbrach. Mit sechzehn war sie an der Seite ihres neuen Ehemanns, Mr. Jack Bonny, einem einfühlsamen und doch rauen jungen Mann in den frühen 20ern, auf dem Weg in die Karibik.

    Das Paar traf im April 1716 in Nassau ein und ließ sich ohne klare Vorstellungen davon, wie sich ihr Leben entwickeln sollte, in der Stadt nieder. Jack fand schließlich Arbeit auf einer der kleinen Plantagen, während Anne sich ihrer Neigung zu Faulheit und Tagträumereien hingab. Unglücklicherweise brachten ihr ihre Schönheit, ihre Zurückhaltung und ihre unglaubliche Gleichmütigkeit mehr romantische Aufmerksamkeit ein, als sie je gekannt oder gewollt hatte.

    Innerhalb eines Jahres nach ihrer Ankunft in Nassau ging die Ehe der Bonnys in die Brüche und sie waren nur noch auf dem Papier ein Paar. Während Jack sich mehr und mehr auf seine Arbeit konzentrierte, wurde Anne selbstsicherer und geselliger, bis sie schließlich eine Arbeit als Barmädchen in der beliebten Taverne "Old Avery" im Zentrum von Nassau annahm. Obwohl sie in den folgenden Jahren eine Reihe von von Liebhabern hatte, wurde sie vor allem aus Neid und Missgunst vom Nassauer Pöbel als Hure oder leichtes Mädchen verschrien. Doch in Ermangelung einer gehobenen Gesellschaft, die sie schneiden oder beschämen könnte, wurde sie durch diese Gerüchte nur noch beliebter.

    (Anmerkung: Seien sie hier ÄUSSERST vorsichtig. Und prüfen Sie alles, was irgendwie anzüglich wirken könnte, drei Mal. 18 oder älter - keine Ausnahmen. -OG)

    (Anmerkung: Oder wie wäre es, wenn wir das Thema einfach mal ausklammern? Ein Mal? -DM)

    Nachdem sie mehr oder weniger ziellos in Nassau gearbeitet hatte, verfiel Anne schließlich dem schurkenhaften Charme von "Calico" Jack Rackham. Einem Mann, der bereits vollständig in seinem Piratenleben aufging. Rackham war damit genau die Sorte Mann, die Anne aus ihrer langweiligen Ehe locken konnte.

    Etwa zur selben Zeit freundete sie sich mit Mary Read an, deren Verkleidung als Mann sie sofort durchschaut hatte. Die beiden wurden enge Freundinnen, sehr zum Ärger von Rackham, der Mary Gewalt androhte, weil "er" mit seiner Flamme geflirtet hätte... Um die Situation zu entspannen, offenbarte sie sich auch Rackham als Frau, sehr zu dessen Freude vermutlich.

    Einige Monate später, aus Gründen, die nicht ganz ersichtlich sind, stellten Anne, Mary und Rackham eine kleine Crew zusammen, schlichen sich an Bord eines kleinen Schoners und segelten im Schutz der Nacht aus dem Hafen von Nassau davon. Ihr Ziel war es, sich nach einer schnellen Reihe von Beutezügen mit soviel Gold, dass es zum Leben reichte, zur Ruhe zu setzen. Doch wieder einmal erwies sich Rackhams Inkompetenz als katastrophal.

    Nach weniger als drei Monaten standen Anne und Mary auf dem Deck des gestohlenen und beschädigten Schoners einer Welle britischer Angreifer nach der anderen gegenüber, während Jack und der Rest der Crew nach einer durchzechten Nacht besinnungslos unter Deck lagen. Die beiden Frauen waren schnell überwältigt und festgenommen. Die britische Obrigkeit, die überrascht war, zwei Frauen so wild als Piratinnen auftreten zu sehen, wollte aus der folgenden Verhandlung einen Schauprozess machen. Anne und Mary hatten jedoch ihre eigenen Pläne. Was die Briten nicht wussten - die beiden Frauen waren schwanger. Anne höchstwahrscheinlich von Rackham und Mary von einem unbekannten Seemann. Diesen Umstand enthüllten sie, als der Richter gerade ihre Todesurteile verlesen hatte.

    Wegen ihrer Schwangerschaften musste der Richter die Hinrichtungen solange aussetzen, bis die Kinder geboren waren. Etwa 4 Monate später bekam Mary ihr Kind, starb jedoch kurz darauf an einer schweren Infektion. Annes Schicksal war bis dato unbekannt. Da es keine Hinrichtungsprotokolle oder Totenscheine gab, ist man allgemein davon ausgegangen, dass ihr Vater sie freigekauft und zurück in die nordamerikanischen Kolonien gebracht hatte. Aber wir kennen nun die wahre Geschichte. Die Frage ist nur, was machen wir damit?




    Antó

    Geburtsjahr: 1670

    Gestorben: Unbekannt

    Als Angehöriger des Ashantivolkes in der Akanregion in Westafrika wurde Antó schon als junger Mann in die Sklaverei verkauft und nach Jamaika verschleppt. Ihm gelang bald darauf die Flucht an der Seite des legendären Kriegers Kujo und er gründete eine Maroon-Gemeinde in der Nähe von Kingston. Dort baute er schnell gute Kontakte zu den ansässigen Händlern auf und begann damit, Überfälle auf Plantagen zu koordinieren, um Sklaven zu befreien und eine Armee aufzustellen.

    Obwohl er ein Büro der Assassinen leitete, war Antós Hauptanliegen immer die Befreiung von Sklaven aus ihrer Gefangenschaft.

    (Anmerkung: Sein Name bedeutet "nach dem Tod seines Vaters geboren". Nette kleine Anekdote. -JM)













    Augustin Dieufort

    Geburtsjahr: 1701

    Gestorben: Unbekannt

    Augustin Dieufort wurde im Jahr 1701 in die Sklaverei geboren, von seiner Mutter getrennt und verkauft. Daraufhin wurde er von Plantage zu Plantage weitergereicht, da die Plantagenbesitzer die Gelegenheit wahrnahmen, ihn günstig zu kaufen, nur um dann festzustellen, dass er zu dünn und gebrechlich war, um von großem Nutzen zu sein.

    Dass er so oft den Besitzer wechselte, gereichte Dieufort zum Vorteil: Er lernte den Aufbau, die Gewohnheiten und Eigenschaften von Plantagen auf ganz Saint-Domingue kennen und nutzte dieses Wissen, um sorgfältig seine Flucht zu planen. So wurde er zu einem der wenigen Sklavenkinder, die das Erwachsenenalter erreichten.

    Als tiefgläubiger Mann wurde Dieufort gemäß den Vorschriften des Code Noir katholisch getauft, seine Spiritualität wurzelte jedoch im Voodooglauben und seine Kraft bezog er aus seinem unerschütterlichen Wunsch, für die Unabhängigkeit der Afrikaner auf Saint-Domingue zu kämpfen.

    Im Jahr 1735 wurde er nach einem Überfall auf sein Hauptquartier Adéwalé vorgestellt. Die beiden verband eine lose Partnerschaft, bei der sie in den kommenden Jahren ihre Stärken und Ideen austauschten.









    Bastienne Josèphe

    Geburtsjahr: 1690, in der Nähe von Port-au-Prince

    Gestorben: Unbekannt

    Als intelligente, extrovertiert wirkende Frau hatte Bastienne Josèphe viele Bekanntschaften, aber nur wenige Freunde. Sie wurde frei geboren und von ihrer Mutter, einer Prostituierten, im "La Dame en Rose" aufgezogen. Bastienne machte sich in ihrer Kindheit erste Freunde, indem sie anderen Kindern kurze Einblicke in sündige Geschäfte verkaufte, allerdings galt sie deshalb schon als junger Teenager als moralisch verkommen und wurde generell gemieden.

    Um sich nicht selbst der Prostitution hingeben zu müssen, lernte Bastienne Lesen, Schreiben und kaufmännisches Rechnen und stieg bald zur unentbehrlichen rechten Hand der Bordellbesitzerin auf. In dieser Funktion wurde sie Zeuge aller möglichen Geschäftsabsprachen, politischen Manipulationen und Skandalen unter den Gästen des Etablissements und wurde sich der tatsächlichen Macht der Besitzerin des La Dame en Rose bewusst.

    Sie war einmal verlobt, heiratete jedoch nicht, da sie erkannt hatte, dass dies ihre vorsichtig erworbenen Freiheiten einschränken würde. Stattdessen übernahm sie das Bordell nach dem Tod ihrer Mentorin und fand eine persönliche Befriedigung darin, dass die Heuchler und Neider aus ihrer Jugend nun wieder zu zahlenden Kunden wurden.

    Bastienne sah in dem erfolgreichen Geschäft, das ihre Vorgängerin aufgebaut hatte, viel mehr Potenzial. Sie verdoppelte daraufhin den Umsatz und nutzte das Bordell, um zwei verschiedene Ansätze zu realisieren, mit denen sie den Maroons und den versklavten Afrikanern in Port-au-Prince helfen wollte. Sie verwendete die Einnahmen des Bordells, um Sklaven die Freiheit zu erkaufen, und nutzte die Verschwiegenheit ihres Geschäfts und ihren Einfluss auf die dort arbeitenden Frauen, um politische Gefallen von mächtigen Freiern einzufordern, zu denen auch Gouverneur de Fayet und der Forscher Louis Godin gehörten.

    Im Jahr 1735 traf sie zum ersten Mal auf Adéwalé. Die beiden wurden zu ungleichen Partnern bei der Unterstützung von Augustin Dieufort und dem Kampf der Maroons. Anscheinend entwickelte sich zwischen beiden nach und nach eine Art Freundschaft, allerdings ist unklar, wie weit diese reichte.




    Benjamin Hornigold

    Geburtsjahr: 1680

    Gestorben: Unbekannt

    Benjamin Hornigold wurde vermutlich in Norfolk in England geboren, obwohl das bisher nicht bestätigt werden konnte. Weitere Informationen über seine frühen Jahre stehen zurzeit nicht zur Verfügung. Zum ersten mal aktenkundig wurde er in seiner Anfangszeit als Pirat in der Karibik um das Jahr 1713-1714.

    Er war einer der ersten Piraten, die nach dem Ende des Spanischen Erbfolgekrieges aktiv wurden, deshalb haben wir Grund zur Annahme, dass er zu den Hunderten von Freibeutern gehörte, die im folgenden Frieden keine sinnvolle Beschäftigung mehr fanden. Wie viele andere britische Seeleute verbrachte Hornigold viel Zeit auf den Bahamas und ließ sich schließlich in Nassau nieder. Von dort aus begann er seine Karriere als waschechter Pirat, obwohl er sich selbst vermutlich weiterhin als Freibeuter ansah, zumindest in der Anfangszeit.

    Dem geschickten Seemann und Strategen Hornigold mangelte es an der nötigen Skrupellosigkeit, um wirklich ein erfolgreicher Pirat zu werden und bis zum Jahr 1716 weigerte er sich aus Loyalität seinem Heimatland gegenüber, englische Schiffe anzugreifen.





    (Anmerkung: Ein Pirat mit einem Sinn für Ehre... würde einen prima Helden abgeben, IMHO, wenn unsere Bearbeitung des Materials von Edward Kenway nicht die gewünschten Resultate bringt - JM)

    (Anmerkung: Einverstanden. Sein Mangel an Gesichtsbehaarung ist ein Vorteil. Die Bärte der meisten dieser Kerle sehen aus wie Eulennester. Argh. -ML)

    Hornigold war auch in den Jahren 1717 und 1718 noch als Pirat aktiv und versuchte dabei ständig, die Lage in Nassau zu verbessern. Doch als Gerüchte aufkamen, dass König Georg I. von Großbritannien ein umfassendes Pardon für alle Piraten erlassen wollte, die bereit waren, ihre illegalen Aktivitäten einzustellen und sich zur Ruhe zu setzen, machte Hornigold eine Bestandsaufnahme seines stagnierenden Lebens und zog es ernsthaft in Betracht. Dies verärgerte seine engsten Vertrauten, insbesondere Charles Vane, der das Pardon als feige Kapitulation ansah.

    Dann kam der Tag der Abrechnung - im Sommer 1718 traf Captain Woodes Rogers mit einer Flotte von sieben großen Schiffen in Nassau ein und erklärte, er sei vom König dazu ausersehen, der neue Gouverneur zu werden. Da er ausserdem den Auftrag hatte, die Bahamas von allen Piraten zu säubern, war Rogers kein Mann, mit dem man es sich verscherzen sollte. Hornigold, der es langsam leid war, eine Republik zu verteidigen, die nur von wenigen ernsthaft unterstützt wurde, ergab sich dem neuen Gouverneur und nahm das Pardon des Königs an.

    Im folgenden Jahr wurde Benjamin Hornigold zu einem regelrechten Bewunderer von Captain Rogers und arbeitete so oft wie möglich als Freibeuter für den Gouverneur. Dabei erwarb er sich einen Ruf, der seinen Ruf als einfacher Pirat bei Weitem übertraf. Doch als seine Unternehmungen ihn wieder in den Dunstkreis seines alten Freundes, des Piraten Edward Kenway, führten, fand sein vermeintlich glückliches Schicksal ein Ende.

    Benjamin Hornigold starb unter mysteriösen Umständen im Sommer 1719 irgendwo in den westlichen Teilen des Karibischen Meers.




    "Calico" Jack Rackham

    Geburtsjahr: 1682, Jamaika

    Gestorben: ????

    Als einer der wenigen Piraten, die in der Karibik geboren wurden, kam Jack Rackham genau zu der Zeit zur Welt, in der Port Royal sich einen Ruf als Stadt voller Gauner und Halunken erwarb. Das erklärt vielleicht seinen sonderbaren Moralkompass, denn er war regelmäßig betrunken, meinte kaum etwas je ernst und lief immer hinter den Frauen her. Mit seinem unverschämten und offensiven Charme konnte er sich aus dem meisten Ärger heraushalten. Doch ein Kämpfer oder Stratege war er nicht.

    Seinen Spitznamen "Calico" erhielt er wegen seiner Vorliebe für bedruckte indische und chinesische Kalikokleidung. Er war ein schrecklicher Seemann und ein noch schlechterer Pirat und gab sich gerne hochtrabenden Fantasien oder kurzsichtigen Ideen hin, die hauptsächlich ihm selbst dienten und keiner durchdachten Strategie folgten. Vermutlich war mindestens die Hälfte seines Erwachsenenlebens betrunken und hatte eine Schwäche für Frauen, die seine Grundbedürfnisse wie Schlafen und Essen bedienten. Sein entwaffnender Charme, sein verteufelt gutes Aussehen und seine Schlagfertigkeit brachten ihn weit, jedoch kann keine Party unbegrenzt weitergehen, irgendwann muss jemand hinterher aufräumen.









    Caroline Scott

    Geburtsjahr: 1691

    Gestorben: 1720

    Caroline, die Tochter von Emmett und Elizabeth Scott, wurde in Bristol in England in eine wohlhabende Kaufmanns- und Beamtenfamilie geboren. Nach einer bescheidenen Ausbildung durch ihren Vater beschloss sie, sich auf eigene Faust weiterzubilden und las Bücher, wann immer es ihre familiären Pflichten erlaubten. Wenn sie nicht las, half sie ihrer Mutter dabei, sich um die Geschäfte Ihres Vaters zu kümmern, und wurde so zu einer selbstbewussten und besonnenen Frau, die weit geschickter und intelligenter war, als ihre Situation es erforderte.

    Caroline traf Edward Kenway erstmals vor dem "Auld Shillelagh" nach einem Streit unter Betrunkenen. Sie kam, um eine ihrer Bediensteten abzuholen und fand sie in Begleitung von Edward, der sie vor den Fängen eines berüchtigten Bristoler Schürzenjägers retten wollte. Zum Dank für diese Aufmerksamkeit stimmte Caroline einem zweiten Treffen unter angemesseneren Umständen zu, hätte aber eine Romanze sicher nicht für möglich gehalten.

    Und doch - gegen jede Warscheinlichkeit - ist genau das geschehen. Edward und Caroline kamen sich recht nah und verliebten sich bald, gegen den ausdrücklichen Willen ihres Vaters. Emmett Scott hatte die Hand seiner Tochter bereits einem Vertreter der einflussreichen East India Company versprochen und machte keinen Hehl aus seiner Missbilligung dieser Beziehung. Doch all seine Einwände konnten nicht verhindern, dass Caroline und Edward im Jahr 1712 heirateten.

    Eine Zeit lang schien es, als ob dieses ungleiche Paar eine dauerhafte Verbindung eingegangen sei. Aber Edwards Liebe zu seiner Frau wurde bald von seinen ungehobelten Manieren und seinem leichtsinnigen Umgang mit Verantwortung überschattet. Die Aussicht auf ein arbeitsreiches Leben in der Mittelklasse stellte ihn nicht zufrieden. Edward hatte große Träume und die fixe Idee, dass er in die Karibik segeln und dort als Freibeuter gegen die Spanier kämpfen könnte. Oder, wenn schon nicht das, dann könnte er dort wenigstens Land kaufen und eine Zuckerrohrplantage führen. Caroline versuchte, ihren Ehemann von diesen Ideen abzubringen, jedoch ohne Erfolg.

    Schließlich strapazierten seine betrunkenen Possen und seine wilden Fantasien die Ehe so sehr, dass sie zerbrach. Was die Sache noch komplizierter machte: Caroline stellte fest, dass sie schwanger war, und konnte sich Edward nicht als verantwortungsvollen Vater für ihr Kind vorstellen. Sie beschloss daraufhin, sich von ihrem Mann zu trennen und wieder zu ihren Eltern zu ziehen. Edward war davon schwer verletzt, doch selbst dieser Schock konnte seinen Fantasien kein Ende setzen. Stattdessen beeilte er sich umso mehr, brach kurz darauf in die Neue Welt auf und schwor, dort seine Qualitäten unter Beweis zu stellen.

    Caroline bekam ihr Kind einige Monate nach Edwards Abreise und nannte ihre Tochter Jennifer. In den folgenden Jahren schwankte Carolines Leben meist zwischen großer Freude und zermürbender Trauer. Sie hatte eine hübsche Tochter und eine liebevolle Mutter, doch ihr Vater - der ihr ihren Ungehorsam nie verziehen hatte - behandelte sie nie wieder wie seine Tochter.

    Im Frühjahr 1720 schlug das Schicksal langsam aber mit tödlicher Macht zu - Caroline wurde krank. Viele Monate litt sie im Haus ihrer Eltern und versuchte verzweifelt, wieder gesund zu werden. Emmett Scott, der glaubte, dass seine Tochter lediglich unter einem eingebildeten Nervenleiden litt, tat wenig, um ihr zu helfen. Doch leider war die Krankheit alles andere als Einbildung. Caroline Scott Kenway starb im Jahr 1720 im Haus ihrer Eltern in der Hawkins Lane in Bristol.




    Charles Vane

    Geburtsjahr: 1680, England

    Gestorben: ????

    Der übliche Refrain in der Biografie eines beliebigen Piraten aus dem Goldenen Zeitalter geht ungefähr so: "Über das frühe Leben dieses Mannes ist nur wenig bekannt..." Und Charles Vane stellt in dem Punkt keine Ausnahme dar. Wir wissen nicht, wo er geboren wurde oder aufwuchs, oder wann er zum ersten Mal in See stach. Aber vielleichtist das auch gut so, denn es unterstreicht die Rätselhaftigkeit dieses eigenartigen und labilen Mannes.

    Charles Vane, zweifellos eines der stursten und unbeständigsten Mitglieder der "Flying Gang" - der Bande von Piraten, die eine Zeit lang in Nassau beheimatet war - begann seine Karriere vermutlich ähnlich wie die meisten Piraten seiner Zeit, nämlich als legaler Freibeuter im Dienste seines Königs. 1715 lebte er vermutlich auf Jamaika und nahm mit vielen anderen an Henry Jennings Angriff auf eine spanische Expedition teil, die das Gold aus dem Frachtraum einer in diesem Jahr vor der Küste Floridas gesunkenen Galeone bergen sollte.

    Kaum ein Jahr später war es quasi unmöglich geworden, ehrliche Arbeit als Freibeuter zu finden, da die britischen Gouverneure davor zurückschreckten, den Frieden von Utrecht zu brechen, der zu einer Einstellung aller Feindseligkeiten zwischen den europäischen Großmächten geführt hatte. Da ihm wenig andere Möglichkeiten blieben, segelte Vane nach Nassau, wo inzwischen viele seiner ehemaligen Kameraden lebten.

    Als leicht erregbarer und grausamer Mann erwarb sich Charles Vane schnell den Ruf, ein schwieriger Kapitän für seine Mannschaft zu sein. Irgendwann im Jahr 1717 oder 1718 schloss sich sein alter Freund "Calico" Jack Rackham seiner Crew als Quartiermeister an. Die beiden blieben eine Weile Partner und lebten und arbeiteten zusammen mit Größen wie Benjamin Hornigold, Ed Thatch und Henry Jennings in Nassau.

    Als Gouverneur Woodes Rogers im Sommer 1718 in Nassau eintraf, um allen dort lebenden Piraten das Pardon des Königs nahezulegen, gehörte Vane zu denen, die dies auf keinen Fall akzeptieren wollten. Nachdem er Rogers einen höhnischen Beschwerdebrief übergeben hatte, schickten Vane und seine Kameraden ein Feuerschiff in den Blockadering des Gouverneurs und schlichen sich aus dem Hafen.

    In den nächsten Monaten segelten diese heimatlosen Seeräuber durch die Bahamas und suchten in Buchten und Meeresarmen nach einem Ort, wo sie sich niederlassen konnten. Im November 1718 segelte Vane sogar bis nach Carolina, um sich dort mit Ed Thatch zu treffen. Er hoffte, seinen Freund dazu überreden zu können, sich der alten Gang wieder anzuschließen und Nassau von den Briten zurückzuerobern. Doch als Thatch sich weigerte, gingen Vane die Ideen aus.

    Wochen später segelte Vane wieder durch die Karibik, als eine französische Brigantine seinen Weg kreuzte. Da er etwas anderes vorhatte, beschloss er, das Schiff nicht anzugreifen. Doch das gefiel seiner Mannschaft nicht, vor allem "Calico" Jack Rackham, der Vanes diktatorischen Führungsstil inzwischen verabscheute. Kurz danach meuterten Rackham und einige treue Gefolgsleute, enthoben Vane seines Amtes als Kapitän und setzten ihn in einer kleinen Schaluppe aus.

    Einige weitere Wochen darauf fand sich Vane gestrandet auf einer kleinen Insel südlich von Kuba wieder. Er verbrachte dort mehrere Wochen in völliger Isolation, obwohl vermutet wird, dass er Kontakt zu den Fischern gehabt hat, die regelmäßig in diesem Gebiet fischten. Doch warum auch immer, Vane blieb allein, bis er ein vorbeifahrendes britisches Schiff auf sich aufmerksam machen konnte.

    Unglücklicherweise erkannte der Kapitän des Schiffes ihn als den berüchtigten Piraten Charles Vane und weigerte sich, ihn an Bord zu nehmen. Mehrere Wochen vergingen und Vane war mit seinem Latein am Ende.

    Schließlich segelte ein weiteres britisches Schiff vorbei und Vane ging an Bord. Er gab sich Mühe, für sich allein zu bleiben, doch eine grausame Wendung des Schicksals sorgte dafür, dass der Kapitän des ersten Schiffes auch an Bord des zweiten Schiffes war. Er bemerkte Vane und verriet ihn an seinen Kapitän. Vane wurde sofort verhaftet und zur Gerichtsverhandlung nach Kingston gebracht.

    Dort verbrachte er fast ein Jahr im Kerker, bevor er im Frühjahr 1721 hingerichtet wurde - ein trauriges, sang- und klangloses Ende für einen Mann, der einst so voller explosiver und zorniger Energie war.




    Duncan Walpole

    Geburtsjahr: 1679

    Gestorben: 1715

    Duncan war ein Cousin zweiten Grades des "ersten Premierministers Großbritanniens" Robert Walpole und wuchs bis zu seinem 18. Lebensjahr in relativem Wohlstand auf. Dann schloss er sich der britischen Royal Navy als Seekadett an und träumte davon, ein richtiger Deckoffizier zu werden. Sein hitziges Temperament und seine Impulsivität allerdings verhinderten einen schnellen Aufstieg und so wurde er bald ungeduldig und unzufrieden mit seinem Fortschritt.

    Nach nur 3 Jahren war sein Interesse an der Marine vollkommen verebbt. Sein Herz hing nun daran, einen Posten bei der East India Company zu bekommen, dabei traf er einen alten Seemannskameraden, den er sehr respektierte und bewunderte... und dieser Seemann führte Walpole in den Assassinenorden und seine Lehren ein.

    Zunächst war Duncan misstrauisch, doch bald schon widmete er sich dem Orden mit einer Inbrunst und einem Tatendrang, den er in der Navy niemals entwickelt hatte. Auch seine Fähigkeiten verbesserten sich, ebenso wie sein Ruf. Sein Temperament und seine Impulsivität blieben jedoch, gepaart mit einer wachsenden Arroganz. Er war ausserdem bekannt für seine regelmäßigen Kontroversen mit den Ältesten des britischen Assassinenordens.

    Trotzdem blieb er ein wertvolles Mitglied für den Orden - so wichtig, dass sein Mentor ihn im Jahr 1714 bat, in die Karibik zu segeln, sich mit der dortigen Bruderschaft zu treffen und deren Mentor Ah Tabai kennenzulernen. Walpole akzeptierte die Mission voller Eifer und brach innerhalb eines Monats auf.

    Die Assassinen in England hörten nie wieder von ihm...




    Edward Thatch

    Geburtsjahr: 1680, England

    Gestorben: 1718, North Carolina

    Wir sind uns relativ sicher, dass der von verschiedenen Quellen auch Teach, Theach, Tache, Titche, Teatch, Tack, usw. genannte Edward Thatch in der Nähe von Bristol geboren wurde und schon mit jungen Jahren zur See fuhr, erstmals vermutlich als Teenager. Es wird auch spekuliert, dass er recht bald nach seiner Abreise aus England in der Karibik landete.

    Wenn das wirklich der Fall war, hätte Thatch dort einen Teil des Spanischen Erbfolgekriegs mitbekommen, einen lang anhaltenden Konflikt, an dem die meisten europäischen Großmächte beteiligt waren und bei dem die Briten gegen Royalisten in Spanien und Frankreich kämpften. In diesen frühen Jahren von 1700 bis 1713 wäre er dann vermutlich ein Freibeuter oder zumindest seefahrender Händler gewesen und hätte im Dienste ihrer Majestät gestanden - damals Queen Anne.

    Doch als Europa mit dem Frieden von Utrecht im Jahr 1713 zur Ruhe kam, wurden Thatch und seine Kameraden vermutlich arbeitslos und fanden sich noch dazu weit weg von zu Hause wieder. Sie wandten sich deshalb höchstwahrscheinlich der Piraterie zu, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. In den folgenden Jahren freundete sich Thatch mit einem Kapitän namens Benjamin Hornigold an und heuerte irgendwann zwischen Ende 1714 und Anfang 1716 auf dessen Schiff als Quartiermeister an.

    Thatch, Hornigold und der Rest der "Flying Gang", wie diese Piraten sich selbst nannten, ließen sich in Nassau nieder und begannen damit, Pläne zu schmieden, die weit über die Träume der meisten normalen Piraten jener Zeit hinausgingen. Sie wollten nicht weniger, als ihr eigenes Land und versuchten, Nassau in einen Ort der Freiheit für alle zu verwandeln, die den Fesseln ihrer Reiche entkommen wollten.



    Als Thatchs Ruf als geschickter und furchterregender Seemann wuchs, entwickelte sich auch seine Vorstellung von der Piraterie weiter. Irgendwann in der zweiten Hälfte des Jahres 1717 ließ er sich einen langen und schockierenden Bart wachsen und nahm den selbst gewählten Namen "Blackbeard" an. Von dem Zeitpunkt an arbeitete er daran, seine eigene Legende als gefürchtetster Pirat der Karibik zu schreiben und zu verbreiten. Thatch glaubte an die Macht guter Legenden und gab sich viel Mühe, seine eigene zu kultivieren. Regelmäßig steckte er langsam abbrennende Lunten in seinen Hut, um seine Gegner zu erschrecken, oder er veranstaltete Wettbewerbe mit seiner Mannschaft, wer es am längsten unter Deck aushält, während dort alles von brennendem Schwefel verqualmt war.

    Nachdem er Hornigold geholfen hatte, das Kommando über eine Reihe von Schiffen zu übernehmen, besorgte sich Thatch im September 1717 schließlich auch ein eigenes Schiff, das er "The Adventure" nannte und das vom ungewöhnlichsten aller Piraten kommandiert worden war, einem gewissen Stede Bonnet. Zwei Monate lang kommandierte Thatch die Adventure, während Stede damit zufrieden war, als Passagier mitzureisen. Doch im November verbesserte sich die Lage für Thatch erneut, als er ein großes französisches Sklavenschiff namens "La Concorde" kaperte. Er benannte es um in "Queen Anne's Revenge", zu Ehren seiner früheren Königin. Edward "Blackbeard" Thatch war nun tatsächlich zu einem der gefürchtetsten und tödlichsten Piraten der Karibik geworden.

    Im nächsten Jahr terrorisierte er die Karibik und die umliegenden Gewässer, bevor er nach Norden zu den britischen Kolonien in Nordamerika segelte. Hier erschreckte er die Einwohner einer ganzen Stadt, als er den Hafen von Charles Town in South Carolina blockierte, um Medizin für seine kränkliche Crew zu beschaffen.

    Doch kurz nach diesem Husarenstreich traf Blackbeard die Entscheidung, sich aus dem Piratenleben zurückzuziehen. Er näherte sich seinem vierzigsten Lebensjahr und hatte trotz seines ungestümen Rufs die Lust an der Piraterie verloren. Im Frühsommer 1718 akzeptierte er halbherzig das Pardon seines Freundes Charles Eden, der zu dieser Zeit Gouverneur von North Carolina war. Doch schon Ende August desselben Jahres hatte er alte Angewohnheiten wieder angenommen, wobei er seine Aktivitäten auf die Südostküste der britischen Kolonien in Nordamerika konzentrierte. Was ihm nicht bekannt war, der Gouverneur von Virginia, Alexander Spotswood, war sich seiner fortgesetzten Piraterie durchaus bewusst und bereitete einen Plan vor, "dieses Vipernnest auszuräuchern".

    Im November 1718 bot Spotswood Lieutenant Maynard Geld an, wenn er sich um die Angelegenheit kümmern würde. Er übernahm das Kommando über ein paar schnelle Schiffe, die für die seichten Gewässer, in denen Blackbeard sich gerne versteckte, gut geeignet waren. Als Maynard in See stach, um seine Beute zu suchen, erfuhr er von vorbeifahrenden Schiffen, dass Blackbeard vermutlich vor der dem Festland zugewandten Seite von Ocracoke Island vor Anker gegangen war, einem idealen Schlupfwinkel für Piraten. Als am 21. November die Dämmerung hereinbrach, sichteten Maynard und seine Mannschaft Blackbeards zusammengewürfelte Gruppe, entschieden sich aber, mit dem Angriff bis zur nächsten Flut zu warten. In den Morgenstunden des folgenden Tages schlich sich Maynard in die Bucht und näherte sich Blackbeards Schiff, welches sie unvermittelt mit einer Salve aus Pistolen- und Kanonenkugeln begrüßte. Maynard war zunächst zum Rückzug gezwungen, wodurch Blackbeard und seine Crew durch seichtes Wasser entkommen konnten.




    James Kidd

    Geburtsjahr: 1695

    Gestorben: ????

    James Kidd war ein junger Mann mit einer langen und aufregenden Vergangenheit. Als Teenager und übermütiger sowie selbstbewusster Bursche machte er sein mangelndes Alter durch kultivierte Schnoddrigkeit wett. Ausserdem behauptete er, ein unehelicher Sohn des verstorbenen William Kidd zu sein, des berühmten Freibeuters, der zum Piraten wurde und 1701 von der britischen Obrigkeit gefangen und gehängt wurde. Obwohl James diese familiäre Bindung nie beweisen konnte, war sich seine Mutter ihrer Sache völlig sicher und bestand darauf, dass sie "eine panische Nacht voller Leidenschaft" mit William Kidd verbracht habe, kurz bevor er 1696 London verließ.

    Er wuchs ohne Vater bei einer verschwenderischen Mutter auf, was seine Aussicht auf ein normales, ehrbares Leben weiter einschränkte. Im Alter von 12 Jahren fand er Arbeit an Bord eines Handelsschiffes, das zwischen den britischen Kolonien in Nordamerika und der Karibik verkehrte. Als er 17 Jahre alt war, nannte er Jamaika sein Zuhause und feilte dort an seinen Seemannsfähigkeiten.

    Obwohl er nie mit Ben Hornigold, Ed Thatch, Edward Kenway oder dergleichen gesegelt war, gehörte Kidd zu den ersten Seeleuten, die sich in Nassau niederließen, und war entscheidend an der Gründung der Piratenrepublik beteiligt.








    Louis Godin

    Geboren: 1705

    Gestorben: 1759

    Louis Godin wurde in Frankreich geboren und demonstrierte früh seine akademischen Fähigkeiten, als er 1724 im Alter von 19 Jahren seine astronomischen Tabellen veröffentlichte, wodurch er Zugang zur Academie Française erhielt.

    Sein Erfolg als Forscher führte dazu, dass er zum Leiter einer geodätischen Expedition nach Peru ernannt wurde. Allerdings erwies er sich als schlechter Anführer und entwickelte gleichzeitig einen großen Machthunger. Ausserdem verschwendete er das Budget der Expedition für Besuche im "La Dame en Rose" und verliebte sich in eine der Prostituierten, während die Expedition im Jahr 1732 auf Saint-Domingue festsaß.

    Die geodätische Mission zum Äquator war eine gemeinschaftliche Expedition französischer und spanischer Forscher nach Peru, um den Umfang der Erde zu bestimmen.

    Godins Expedition war nur teilweise erfolgreich und ihre Ergebnisse wurden von denen einer gleichzeitig stattfindenden Mission zum Nordpol überschattet. Doch die gesammelten Daten erlaubten den Wissenschaftlern, die abgeflachte Form der Erde zu bestätigen, wodurch Seeleute wie Adéwalé ihre Reisen genauer planen sowie Kosten und Risiken verringern konnten.






    Mary Read

    Geburtsjahr: Datum unbekannt, England

    Gestorben: 1721, Jamaika

    Von allen berüchtigten Piraten der Karibik ist Mary Read sicherlich eine der rätselhaftesten und undurchschaubarsten Figuren. Niemand weiß, wann sie genau geboren wurde, die meisten Spekulationen variieren um bis zu ein Jahrzehnt, zwischen 1685 und 1695. Laut Charles Johnson - einer bekanntermaßen unzuverlässigen Quelle - begann Marys Mutter schon sehr früh damit, sie als Jungen zu verkleiden. Offenbar, um sie als Sohn eines anderen Mannes auszugeben.

    (Anmerkung: Ich bin nicht sicher, wie das beim Durchschnitts-Publikum ankommt. Haben wir schon mal Marktforschung bezüglich Cross-Dressern betrieben? -ML)

    Als Teenager hatte Mary ihr Talent für Verkleidungen offenbar weiterentwickelt und konnte an Bord eines Schiffes anheuern. Auf See arbeitete sie sich hoch, bis sie einen Posten in der britischen Marine bekleidete. Sie war immer noch als Mann verkleidet und hatte einige Schlachten miterlebt, obwohl wir angesichts der widersprüchlichen Berichte zu ihrer Geburt auch bezüglich der Schlachten nicht ganz sicher sein können. Jedoch soll sie während eines dieser Gefechte ihren ersten Mann kennengelernt haben, einen flämischen Soldaten, der offenbar auf derselben Seite gekämpft haben muss - so behauptet es zumindest der Autor von "General History of Pirates".

    Doch diese Verbindung war nicht von Dauer, da Marys Mann schon bald nach der Hochzeit ums Leben kam. Da sie nichts in Europa hielt, segelte Mary in die Karibik. Was in den folgenden Jahren geschah, ist unklar, jedoch ist beinahe sicher, dass sie die Angewohnheit, sich als Mann zu kleiden, wieder aufgenommen hatte. Wir nehmen ausserdem an, dass Mary weiterhin an Bord eines Schiffes arbeitete und ihre seemännischen und kämpferischen Fähigkeiten weiterentwickelte. Bis zum Jahr 1715 oder 1716 hat sie sehr wahrscheinlich mindestens einmal ihre Kameraden in Nassau besucht.

    Offizielle Aufzeichnungen über ihre Aktivitäten gibt es erst ab dem Jahr 1720. Das Schiff, auf dem sie segelte, war von Piraten überfallen worden, die später verhaftet wurden. Um einer schnellen Hinrichtung durch Gouverneur Woodes Rogers zu entgehen, nahm Mary das Pardon des Königs an und ließ sich nieder. Ob dies nur Fassade für weitere heimliche Vorhaben war, ist schwer zu sagen.

    Etwa zu dieser Zeit traf Mary die viel jüngere Anne Bonny und die beiden wurden enge Freundinnen. Es wird berichtet, dass Anne Marys Verkleidung recht schnell durchschaut hatte. Ihr damaliger Liebhaber Jack Rackham allerdings nicht, und so musste sich Mary auch ihm zu erkennen geben, um einen sinnlosen Streit zu vermeiden.

    Erst kürzlich aufgetauchten Dokumenten zufolge waren sich Angehörige von Gouverneur Rogers Administration über Marys Status als Frau im Klaren - vermutlich dank des geschwätzigen Jack Rackham. Jedenfalls blieben Mary, Anne und Jack nach ihrem Treffen nicht mehr lange in Nassau. Irgendwann im Spätsommer 1720 stellte das Trio eine kleine Mannschaft zusammen und stahl einen Schoner, der im Hafen von Nassau vor Anker lag.

    Drei Monate lang kaperten und plünderten sie, wobei Anne und Mary immer dann das Kommando führten, wenn der selbst ernannte Kapitän Rackham zu betrunken dazu war. Zu ihrem Unglück brachte Rackhams Inkompetenz den Dreien mehr Ärger ein, als sie bewältigen konnten. Im Oktober 1720 wurde ihr Schiff von den Briten aufgebracht. Berichten zufolge waren nur Mary, Anne und ein namenloser junger Matrose in der Lage, Widerstand zu leisten - und das taten sie nach Kräften. Auf wundersame Weise starb nur der namenlose junge Mann während des Kampfes. Anne und Mary wurden festgenommen, wie auch Jack Rackham und der Rest seiner Crew, nachdem sie unter Deck ihren Rausch ausgeschlafen hatten und erwachten.

    Nachdem sie zur Gerichtsverhandlung nach Kingston gebracht worden waren, wurden die Todesurteile für die beiden Frauen zwar verkündet, aber sogleich wieder ausgesetzt, da beide hochschwanger waren. Mary blieb bis zur Entbindung im Gefängnis. Unglücklicherweise starb sie nur wenige Tage nach der Geburt an einer schweren Krankheit oder Infektion, wahrscheinlich ausgelöst durch die grauenhaften Umstände ihrer Kerkerhaft. Was mit Marys Kind geschah, ist nicht bekannt.




    Opía Apito

    Geburtsjahr: 1695

    Gestorben: Unbekannt

    Die Leiterin eines Assassinenbüros, Opía Apito, wurde auf Kuba geboren und von den Taíno, dem Volk ihrer Mutter, erzogen. Ihren Vater, einen Spanier, kannte sie nicht.

    Als sie zwölf war, wurde ihr Dorf von den Spaniern überfallen. Ein Großteil ihrer Gemeinschaft wurde dabei verschleppt oder getötet, aber Opía, die letzte freie Überlebende, wehrte sich und floh. Sie überlebte fast ein Jahrzehnt lang in ihrem Versteck.

    Das meiste, was wir von Opía wissen, ist nicht zu belegen. Ihr Name, den sie sich möglicherweise selbst gegeben hat, ist eine Mischung aus den Begriffen "Ewig" und "Geist" auf Taíno. Sie behauptete, eine direkte Nachfahrin des Kriegers Hatuey zu sein, der sich im 16. Jahrhundert gegen die Spanier erhoben hatte. Ihr ganzes Leben lang folgte sie dem Mantra "Aji aya bom" - "lieber tot als ein Sklave".

    Mit Anfang zwanzig wurde sie von den Assassinen als Führerin angeheuert und bald darauf in den Orden aufgenommen. Sie setzte mit Vorliebe eine typische Taíno-Strategie ein, nach der sie danach strebte, dem Gegner etwas im Kampf abzunehmen und ihn überleben zu lassen, damit der den Verlust bemerken konnte. Doch als Assassinin schreckte sie auch nicht vor Gewalt zurück.

    Getreu ihrem Namen errichtete sie, kurz nachdem sie zur Büroleiterin der Assassinen ernannt worden war, ein "Geisterbüro" in der Nähe der Cayman Inseln, von dem es keine nennenswerten Spuren oder Beweise gibt. Heutzutage könnte man es als frühes Beispiel einer Terrorzelle ansehen, aber sie hinterließ weder Aufzeichnungen noch Nachkommen und in der bekannten Geschichtsschreibung ist ebenfalls nichts zu finden.

    (Anmerkung: Ich fand Spekulationen darüber, dass ihr Vater der Abenteurer Alejandro Márquez gewesen sein könnte. Das würde sie zu einer Schwester von Lucía Márquez machen. -JM)

    (Anmerkung: Können wir das überprüfen? Und was ist mit der Verbindung zu Hatuey? -ML)

    (Anmerkung: Von alldem ist fast nichts überprüfbar. In der Hälfte der Bücher zu dem Thema gelten die Taíno als "ausgestorben". Aber ihre heutigen Nachfahren sind anderer Ansicht. -JM)




    Schmuggler Upton

    Geburtsjahr: 1688

    Gestorben: ????

    Upton wurde 1688 in England geboren und schloss sich als junger Mann den Assassinen in der Karibik an.

    (Anmerkung: Und... wo ist der Rest??? -ML)

    Upton Travers wurde 1688 in England geboren, zwei Jahre vor seinem Bruder Vance. Später reisten sie gemeinsam in die Karibik, um dort ihr Glück zu suchen. Sie fanden es in Form eines kleinen Schmugglerrings, den sie betrieben, um ihre wachsende Verstrickung in die Belange der Assassinenbruderschaft zu finanzieren.

    Obwohl Vance der charismatischere der beiden Assassinenbrüder war, reagierte Upton vernünftiger und maßvoller auf die Herausforderungen des Lebens.

    Allerdings hat jeder Mann eine Schwachstelle und Upton fand die Seine, nachdem sein Bruder Vance sich mit der chinesischen "Piratenkönigin" und Templerin Jing Lang eingelassen hatte, den Schatz stehlen wollte, den die beiden Brüder für ihren Ruhestand zurückgelegt hatten, und schließich sogar versuchte, seinen Bruder Upton umzubringen.

    Upton reagierte darauf niedergeschlagen und wandte sich dem Alkohol zu, der auch bei seiner Vergeltung eine Rolle gespielt haben könnte. Denn am Ende beschloss er, Jing Lang und seinen Bruder von einem seiner Assassinen ausschalten zu lassen.




    Schmuggler Vance

    Geburtsjahr: 1690

    Gestorben: 1717

    Der Schmuggler Vance wurde in England geboren und fand seinen Platz bei der Assassinenbruderschaft in der Karibik, wo er ausserdem ein florierendes Schmugglerunternehmen betrieb.

    (Anmerkung: Ich verstehe, dass nicht jede Minute im Animus produktiv sein kann, aber wir müssen viel tiefer graben! Bitte aktualisieren Sie den Artikel. Finden Sie zumindest seinen Nachnamen heraus. -ML)

    (Anmerkung: Sorry. Schmuggler nehmen es mit den "Formalitäten" nicht so genau. Ich füge den Nachnamen hinzu, sobald ich ihn in Erfahrung bringe. - JM)

    Der passionierte, kreative und unfassbar leichtgläubige Vance Travers fand seinen Platz bei der Assassinenbruderschaft in der Karibik, wo er zusammen mit seinem Bruder Upton ausserdem ein florierendes Schmugglerunternehmen betrieb.

    Das Geschäft lief nicht mehr so gut, nachdem er die Templer-Piratin Jing Lang kennengelernt und sich in sie verliebt hatte. Sie überredete ihn, ihr den Standort eines vergrabenen Schatzes zu verraten, mit dem er und Upton planten, ihren Ruhestand zu finanzieren.

    Der paranoide Travers entwickelte die Vorstellung, dass sein Bruder Pläne schmieden würde, wie er ihm seine Hälfte des Schatzes und das Herz von Jing Lang stehlen könne. Er sagte sich von dem Kredo los und scheiterte bei dem Versuch, seinem Bruder das Leben zu nehmen. Schließlich wurde er von Edward Kenway getötet.

    (Anmerkung: Die reinste Seifenoper. -JM)

    (Anmerkung: Vielleicht könnten wir es aus Jings Perspektive beleuchten? -ML)




    Rhona Dinsmore

    Geburtsjahr: 1688

    Gestorben: Unbekannt

    Rhona Dinsmore kam in Schottland zur Welt und war eine geborene Abenteurerin. Nachdem sie während ihrer gesamten Kindheit die Abgründe eines notleidenden Haushalts erduldet hatte (ihr Vater war abwesend und ihre Mutter Alkoholikerin), verließ Dinsmore ihre Heimatstadt Glasgow als Teenager. Mit neunzehn fand sie Arbeit bei den Händlern in Bristol und behielt diesen Posten beinahe zwei Jahre lang.

    Mit einundzwanzig war Dinsmore in einer schrecklichen Ehe mit einem wohlhabenden Händler gefangen. Sie floh erneut und suchte Zuflucht in Boston, wo sie sechs Monate lang blieb, bevor sie in die wärmeren Gefilde von Jamaika weiterzog. Zwischen all den Farmern dort fiel es ihr allerdings schwer, neue Arbeit zu finden, so wandte sie sich der Seefahrt zu. Ihre wahre Berufung fand sie aber schließlich bei der Assassinen-Bruderschaft.

    (Anmerkung: Eine ANGEBLICH schreckliche Ehe. Bleiben Sie bei den Fakten. Alle ihre Verhaltensmuster danach ähneln denen einer Trickbetrügerin, auch wenn ihre Unabhängigkeit tatsächlich inspirierend ist. -ML)

    (Anmerkung: Hat schon jemand Beweise für eine romantische Verbindung zu Hillary Flint gefunden? -RL)

    (Anmerkung: Nein, aber eine Menge Sarkasmus. -JM)

    (Anmerkung: Da ist immer noch Platz für Liebe. Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass, sondern Gleichgültigkeit. -RL)

    (Anmerkung: Ah, Sie sind ein Poet. -JM)

    (Anmerkung: Sehen Sie? Genau das meinte ich. -RL)




    Stede Bonnet

    Geburtsjahr: 1688

    Gestorben: 1718, North Carolina

    Stede Bonnet wurde auf Barbados in Reichtum und Überfluss geboren und schien für ein einfaches Leben voller Annehmlichkeiten vorgesehen. Als Sohn eines wohlhabenden und einflussreichen Plantagenbesitzers war seine Kindheit von einem Schicksalsschlag gezeichnet, bei dem der siebenjährige Stede seine Eltern verlor und als Waise in einen permanenten Zustand der Melancholie verfiel.

    Sein Erbe von gut 400 Morgen Land milderte den Verlust seiner Eltern und bevor er zwanzig Jahre alt war, hatte er die Zuckerplantage wieder profitabel gemacht. Er heiratete jung und wollte so schnell wie möglich eine eigene Familie gründen, doch dank einer "Gemütskrankheit", wie einige es nannten, fand er nie Trost oder Geborgenheit in diesem häuslichen Leben.

    Zu allem Überfluss starb auch noch sein erstgeborener Sohn im Kindbett, was seine Trauer und seine Rastlosigkeit weiter verstärkte. Um darüber hinwegzukommen, träumte er davon, zur See zu fahren, die Welt zu bereisen, Menschen zu treffen und frei und ohne die Verpflichtungen zu leben, die auf ihm lasteten...

    (Klingt nach einer inspirierenden Geschichte. Würde er einen guten Helden abgeben? Oder einen guten Schurken? -OG)

    (Nein. Glauben Sie mir. -ML)

    Irgendwann um seinen 29. Geburtstag herum gewann seine Rastlosigkeit die Oberhand. Wegen eines "Unwohlseins im ehelichen Hafen", das letztlich zu einer "Gemütskrankheit" führte, beschloss Stede, dass es höchste Zeit war, den ersten mutigen Schritt in das Leben zu unternehmen, von dem er immer nur geträumt hatte. Mit seinem beträchtlichen Vermögen kaufte er ein Boot oder ließ es anfertigen - einen kleinen Schoner, den er "Revenge" ("Rache") taufte.

    Um einen Anschein des Komforts zu erhalten, den er als vermögender Mann genossen hatte, ließ er eine umfassende Bibliothek in seine Kajüte einbauen und füllte seine Kleiderkiste mit allen möglichen feinen Garderoben - Seidenpyjamas, Smokingjacken und Hauskleider. Gegen Ende 1717 war sein Schiff bereit. Er verabschiedete sich von seiner Frau und den übrigen Kindern, setzte von den Bahamas aus Segel in Richtung Norden und hoffte, innerhalb weniger Monate die britischen Kolonien in Nordamerika zu erreichen. Er sollte seine Familie nie wiedersehen.

    Bonnet segelte unter dem Pseudonym "Käpt'n Edwards" durch die Karibik und suchte nach seiner ersten Beute. Als er ein großes spanisches Kriegsschiff entdeckte, war seine Mannschaft übermütig genug, ihn zum Angriff zu überreden. Nach kurzem Kampf war bereits die Hälfte von Bonnets Crew tot oder verwundet. Wie durch ein Wunder konnte die Revenge der Kaperung jedoch entgehen und Bonnet befahl der Mannschaft, das Schiff an den einzigen Ort zu bringen, von dem er wusste, dass er dort Unterschlupf finden würde: Nassau.

    Dort, in der verrufenen Republik der Piraten, freundete sich Stede mit Käpt`n Thatch an, dem berüchtigten und fähigen Piraten, der sich seit kurzr Zeit Blackbeard nannte. Thatch konnte Bonnet überzeugen, ihm das Kommando über die Revenge zu übergeben, woraufhin sich Stede mit der Rolle als Passagier zufriedengab. Die beiden Männer segelten einige Monate als ungleiche Partner, bis Blackbeard eine größere Beute für sich an Land ziehen konnte - die Queen Anne's Revenge.

    Nachdem er Bonnets Revenge noch kurz in seiner Flotte behielt, gab Blackbeard sie schließlich mit einem Großteil der Crew auf. Bonnet war wieder einmal frei, seinen eigenen Weg zu gehen. Vielleicht glaubte er, dass er unter Blackbeards Fittichen eine gründliche Ausbildung genossen hatte, denn er wollte sogleich zur dänischen Insel St. Thomas segeln, um sich einen Kaperbrief zu besorgen. Doch seine Mannschaft hatte andere Pläne. Sie stürzte sich erneut kopfüber in die Piraterie und kaperte rücksichtslos jede Beute, derer sie habhaft werden konnte. Aus diesem Grund wurde sie wenige Monate später bei Cape Fear in North Carolina gefangen genommen.

    Während Stede seine Gerichtsverhandlung erwartete, traten mehrere Personen als Leumundszeugen für ihn auf und bescheinigten ihm einen sehr guten Charakter. Doch das führte zu nichts und nach einem stümperhaften Fluchtversuch wurde Stede schließlich im Dezemeber 1718 gehängt. Als der Henker das Seil um seinen Hals band, brach Stede zusammen und bettelte um Gnade. Dieser erbärmliche Anblick rührte viele zu Tränen, reichte jedoch nicht, um ihn zu retten. Um den "Gentleman-Piraten" war es geschehen.




    Der Weise

    Geburtsjahr: Unbekannt

    Gestorben: Unbekannt

    Abstergos Archive enthalten einige Referenzen zu einem Mann namens "der Weise" oder "ein Weiser", aber sind leider nur wenige und die sind weit verstreut. Jede Nennung scheint sich auf eine ganz andere Person zu einer anderen Zeit an einem anderen Ort zu beziehen. Das früheste Beispiel finden wir in Keilschrift auf einer sumerischen Tontafel, das aktuellste hat nur als Fußnote in einem von Laureano Torres' Tagebüchern überlebt, datiert auf den Januar 1704. Alles in allem - dem bisherigen Stand von Abstergos Forschung nach zu urteilen - scheinen in den letzten zwölfhundert Jahren mindestens sieben verschiedene "Weise" auf der Bildfläche aufgetaucht zu sein. Ihre wahre Zahl liegt vermutlich weitaus höher.

    Der vielleicht merkwürdigste Aspekt, der all diese verschiedenen Sichtungen von "Weisen" verbindet, ist die Tatsache, dass sich die Beschreibungen des Äußeren in allen Fällen frappierend ähneln. So sehr sogar, dass man niemandem vorwerfen könnte, wenn er sie alle für Beschreibungen eines einzigen, unsterblichen Menschen hielte. Allerdings wird in zwei der sieben Beschreibungen ausdrücklich von ihrem Tod und ihrer Beerdigung gesprochen. Haben wir es also mit einer bizarren Form der Wiedergeburt zu tun? Oder gibt es eine einfachere Erklärung, die sich uns im Moment einfach entzieht? Weitere Untersuchungen sind erforderlich.

    Update:

    Dank einer Reihe von Briefen, die wir durch die Anstrengungen unserer Forscher gefunden haben, haben wir nun eine Vorstellung davon, was diese "Weisen" eigentlich sind.

    Anscheinend sind diese Personen, immer Männer übrigens, das Ergebnis eines bizarren Experiments, welches "Juno", eine der Lichtgestalten der sogenannten "Ersten Zivilisation", zusammen mit ihrem Mann "Aita" durchführte. Offenbar hat sie die DNA ihres Mannes als Ausgangsmaterial benutzt, um seine Gene so zu manipulieren, dass sie sie programmieren und als "Nichtkodierende DNA" ins menschliche Genom einschleusen konnte.

    Obwohl es allem Anschein nach harmlos ist, könnte dieses Programm - unter den richtigen Voraussetzungen - sich plötzlich während der Empfängnis eines menschlichen Kindes aktivieren und sich buchstäblich in das Genom ihres Mannes verwandeln. Auf diese Weise könnte eine beinahe exakte Kopie oder ein Klon dieses Mannes, inklusive seiner Persönlichkeit, seiner Intelligenz und all seiner Erinnerungen, anstelle des Kindes heranwachsen, das eigentlich aus der Vereinigung hätte hervorgehen sollen.

    Es ist bis dato unbekannt, warum Juno gewollt haben könnte, dass regelmäßig alle paar Jahrhunderte oder Jahrtausende ein Ebenbild ihres Mannes geboren wird, vor allem, wenn man bedenkt, dass die Erste Zivilisation kaum 100 Jahre nach Juno plötzlich ausstarb. Trotzdem sollten wir nicht vergessen, dass angesichts der Bevölkerungszahl die Wahrscheinlichkeit, dass eine solche Kopie von "Aita" in diesem Moment auf der Erde lebt, sehr hoch ist.




    Die in diesem Artikel verwendeten Bilder stammen aus dem Spiel Assassin's Creed IV Black Flag.

    Quelle: Animus-Datenbank

    geschrieben von Dracir